Lesezeichen: Inner Skiing von Timothy Gallwey & Bob Krieger

In meiner Rubrik „Lesezeichen“ stelle ich euch wertvolle Literatur aus der Sportpsychologie vor. Dabei setze ich meine Lese-Zeichen bewusst, um euch erste Einblicke in die beschriebenen Bücher geben zu können. Zu viel verraten möchte ich aber nicht, weshalb ich euch dank meiner Lesezeichen nur einen ersten „Blick ins Buch“ verschaffen möchte…

… diesmal: INNER SKIING von Timothy Gallwey & Bob Krieger

Den Anfang mache ich also mit Timothy Gallwey und Bob Kriegers „Inner Skiing“, das mir von einem befreundeten Sportpsychologen als die „Bibel der Sportpsychologie“ empfohlen wurde. Die Tipps und Sichtweisen der langjährigen Tennis- und Skitrainer, die ihre Workshops auch zahlreich in der Wirtschaft anboten, seien besonders spannend und verständlich geschildert.

Auch als e-book leicht zu lesen verschlang ich das Buch, das in übersichtliche Artikel zu verschiedenen Themen des mentalen Trainings aufgebaut ist. Besonders gelungen sind die „praktischen Abschnitte“, in denen die Autoren vieles aus ihrer Zeit mit den Athleten preisgeben und dank zahlreicher Beispiele die Anwendungsformen der Sportpsychologie näher bringen. Drei Bereiche möchte ich dazu im folgenden ansatzweise anführen…

Angst x 2
Prinzipiell ist die Angst eine psychische und physische Reaktion auf unsere Umwelt. Dabei unterscheiden Gallwey und Krieger in ihrem Buch zwischen der angebrachten Angst , die aufgrund einer Veränderung unserer Umwelt entsteht und unseren Körper in Alarmbereitschaft versetzt. Zum zweiten gibt es für die Trainer die Angst, die auf Erwartung beruht, unrealistisch ist und extreme, vor allem aber unangemessene Formen annimmt.
Tipp: Um zwischen den beiden Ängsten unterscheiden zu können, bedarf es stets der individuellen Analyse der Situation. Gab es bereits angstbehaftete Phasen in der sportlichen Karriere des Athleten? Welche Ängste sind berechtigt, welche basieren auf unrealistischen Erwartungen?

Die Rolle der eigenen Verwundbarkeit
Die Sorge um die eigene Verwundbarkeit stehen bei den Autoren auch was das Angst-Thema angeht ganz oben. Unwissenheiten, die die eigenen Fähigkeiten betreffen resultieren in Angstreaktionen. Als besonders wichtig erachten es die Verfasser daher, sich seiner Fähigkeiten & Stärken bewusst zu werden, um das Gefühl der eigenen Verwundbarkeit durch „äußere Einflüsse“ einzudämmen.
Tipp: Nicht nur im Sport, sondern auch in der allgemeinen Gesellschaft besteht der Irrglaube, das Leistung den eigenen Wert einer Person bestimmt. Dass dem nicht so ist, müssen sich Athleten nach Gallwey & Krieger unbedingt klar werden. Denn auch wer laut Ergebnisliste mal nicht ganz oben steht, ist menschlich ebenso viel wert wie der Wettkampfsieger.

Wer bin ich und wenn ja, wie viele?
Ok, diese Headline habe ich von Richard David Precht „geklaut“, der bestimmt auch noch unter meinen Lesezeichen auftauchen wird. Nichtsdestotrotz verwenden auch Gallwey & Krieger zwei Identitäten, um (Sportler – ) Persönlichkeiten zu beschreiben.
Das Selbst Nummer eins ist dem Autor nach der sogenannte „Selbst-Zweifler“. Gekennzeichnet durch durchdachte Ansätze, Überlegungen und Vermutungen schaltet sich mit diesem Selbst der „Kopfmensch“ im Athleten ein. Selbst Nummer 2 besticht wiederum durch den Glauben an sich und die intuitiven Fähigkeiten. Nur, wenn der Kopfmensch in den Hintergrund tritt, kann sich Selbst Nummer 2 im Athleten entfalten und Erfolg sichtbar werden.
Tipp: Sowohl Kopf- als auch Bauchmensch bestehen laut den Autoren in uns. Welches Selbst in welcher Situation die dominierende Rolle spielt, hängt von der Persönlichkeit des Athleten ab. Besonders die vermehrte Achtsamkeit auf den Körper beschreiben die Autoren jedoch als wichtigen Faktor, um sich mehr auf seine Intuition und weniger auf theoretisch durchdachte Gebilde konzentrieren zu können.

Mein Fazit:
Timothy Gallwey und Bob Kriegers „Inner Skiing“ ist ein sehr empfehlenswertes Buch über die Sportpsychologie, geschildert aus der Sicht des Trainers, der seine Athleten stets ganzheitlich zu betrachten weiß!

Über mich
Ursprünglich aus dem Pferdesport kommend, habe ich bereits früh meine Leidenschaft für die Sportsychologie und das mentale Training entdeckt. Nach meinem Studium der Psychologie habe ich mich daher für eine Spezialisierung im Bereich Sportpsychologie entschieden. Als aktive Springreiterin und Marathonläuferin weiß ich, wie wichtig ein klarer Kopf, starke Nerven und ein ausgeglichenes Wesen beim Sport sind. Alle weiteren (mentalen) Themen, die ich im Sport als wichtig erachte, präsentiere ich euch jede Woche in meiner Kolumne.

Solltet ihr noch Fragen zu meiner Person oder meinen Leistungen haben, könnt ihr mich gerne unter johanna@mentalsportsconsulting.com kontaktieren! Ich freue mich auch über euren Besuch auf meiner Webseite und auf meinen Social Media Kanälen!

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